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Jugendbegegnung in Rwanda




Vom 2. bis 23. August 2003 organisierte Imbuto e.V. Jugendbegegnungen in Rwanda, Zentralafrika


CD: Für Frieden und Versöhnung

Projektziele und Hintergrund

  • Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die 1994 geflüchtet sind und jetzt in Europa leben, wird die Möglichkeit gegeben, sich selbst ein Bild über die Situation im Herkunftsland Rwanda zu machen.

  • Der Austausch mit Jugendlichen in Rwanda dient der Aufarbeitung der traumatischen Erfahrungen des Genozids, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit und der Flucht.

  • Verschiedene Konfliktfelder werden bearbeitet: Förderung des Verständnisses zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen und zwischen Personen, die in Rwanda und in der Diaspora leben.

  • Vorurteile sollen abgebaut werden, Selbstbewusstsein und Handlungskompetenzen werden gestärkt und solidarisches/ demokratisches Verhalten wird gelernt.

  • Die jungen Menschen werden unterstützt, Zukunftsperspektiven zu entwickeln und aus der Rolle des Opfers werden sie zu Akteuren, die zur Versöhnung in der zerrissenen ruandischen Gesellschaft beitragen können.


Genozid und Verbrechen gegen die Menschheit in Rwanda:

Vor den Augen der Weltöffentlichkeit wurden 1994 Tausende Menschen brutal getötet. Von April 1994 bis Juli 1994 wurden etwa eine Millionen Menschen, Kinder, Frauen und Männer, vor allem von jugendlichen Milizen und Militärs ermordet. Die Mordwerkzeuge waren meist Feldmesser und mit Nägeln bespickte Schläger aus Holz.

Die Opfer waren besonders RwanderInnen der Bevölkerungsgruppe Batutsi und regierungskritische Bahutu. Ca. drei Millionen Personen flüchteten in die Nachbarländer, einige nach Europa.

In den folgenden Jahren nahm die Gewalt in der Region weiter zu, mehrere Millionen Menschen wurden ermordet, bzw. starben an den Folgen der Kriege, die, trotz mehrerer Friedensabkommen, in der Region der Großen Seen (Burundi, Kongo-Kinshasa) bis heute geführt werden.

Das Internationale Tribunal in Arusha führt die Prozesse gegen die ins Ausland geflohenen Planer des Völkermords. In Rwanda befinden sich ca. 120.000 Personen, die meisten ohne bisher verurteilt zu sein, in Gefängnissen. Die Unschuldigen und Schuldigen sollen durch das modernisierte Verfahren des traditionellen Agacaca der Konfliktregelung entlassen bzw. die Schuldigen nach der Haftstrafe in die Gemeinschaft wieder eingegliedert werden.


Viele Jugendliche und junge Erwachsene leben heute in Europa mit den schrecklichen Bildern des Mordens und dem Verlust von Angehörigen in ihrer Heimat. Als Kinder sind sie 1994 allein oder mit Eltern geflüchtet. Sie hatten bisher wenig Gelegenheit, um die Toten zu trauen. Doch nur durch Trauerarbeit kann der Schmerz überwunden werden und wieder Handlungsfähigkeit wachsen. Viele sind traumatisiert und leben mit starken Gefühlen der Anspannung und Symptomen wie Schlaflosigkeit, Angst und Albträumen.

In Rwanda gibt es auf staatlicher wie auf nichtstaatlicher Ebene verschiedene Bemühungen, die Versöhnungsarbeit zu unterstützen (nationale Versöhnungskommission, kirchliche Gruppen, Witwenvereinigungen, Jugendgruppen u.a.).

Das Ziel, Versöhnung zu unterstützen, verfolgt auch das "Jugendzentrum" Kimisagara in Kigali, das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit - GTZ und den Deutschen Entwicklungsdienst - DED unterstützt wird. Mit den Jugendlichen dieses Zentrums und dem Verein “Twitabire Gacaca" haben wir Begegnungen organisiert. “Twitabire Gacaca" führte 2002 landesweit Sensibilisierungskampagnen für junge Leute zu den „Gacaca-Prozessen“ durch.

Die seit mehreren Jahren von Imbuto e.V. durchgeführten Seminare haben dazu beigetragen, die Geschehen in Rwanda zu thematisieren, dadurch Ängste und Schuldgefühle (überlebt zu haben) abzubauen und die Handlungskompetenzen der Jugendlichen zu stärken.

Das Projekt wird intensiv vor- und nachbereitet.

Gefördert durch das Auswärtige Amt, Berlin



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