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Inhalt » Unsere Projekte » 2009


 

Hildegard Schürings, Sebastian Günther, Andrea Pabst (Ed)- Imbuto e.V.

 

No future without the past -  Pas d’avenir sans le passé

  

Perspectives of democratisation and promotion of peace in the Great Lakes Region, Central Africa

Perspectives de démocratisation et de promotion de la paix dans la Région des Grands Lacs, Afrique centrale

International Symposium 14.-17. August 2008, Marburg - Germany - Allemagne

Dokumentation des Symposiums in Englisch und Französisch http://www.tectum-verlag.de/ ISBN 978-3-8288-9946-9, 229 Seiten, Paperback  Tectum-Verlag 2009, 24,90 €

Mon univers – ton univers – notre univers

Meine Welt – Deine Welt –Unsere Welt

Créativité - théâtre - danse - débats - recherche et ….

26.07.-2.08.2009 Séminaire international des jeunes

Internationales Jugendseminar 

Geldflüsse, Informationen und Wissen bewegen sich weltweit. Auch Menschen bewegen sich, wandern aus, wandern ein. So wie in früheren Jahrhunderten viele Deutsche in den Osten oder den Westen auswanderten und heute viele Menschen in den Norden oder Süden, in andere Länder und Kontinente wandern. Die Gründe für Wanderungen sind verschieden: Abenteuerlust, der Wille andere Kulturen kennen zu lernen, die Flucht vor der Armut oder die Suche nach einem besseren Leben. Oft sind es auch politische Gründe, weil die Menschen vor Krieg und Verfolgung flüchten. Sie sind auf der Suche nach einer neuen Heimat, die ihnen Schutz und ein menschenwürdiges Leben bietet.

Imbuto e.V. veranstaltete vom 26.07. bis Sonntag 02.08.2009 im Tagungshaus «Altes Amtsgericht» in 35112 Fronhausen ein Seminar zum Thema „Meine Welt – Deine Welt – Unsere Welt“. Die Teilnehmenden: zwanzig Jugendliche im Alter von 12 bis 20 Jahren. Sie leben in Deutschland, Belgien oder Frankreich. Sie selbst oder die Eltern kommen aus Deutschland, Brasilien, den afrikanischen Ländern: Kenia, Ruanda, Senegal, Tansania. Diese jungen Menschen haben viele Wurzeln und Identitäten. Sie sind Belgier, Franzosen und Deutsche, doch auch das Land, in dem ihre Verwandten aufgewachsen sind, verbinden sie mit sich selbst. So haben sie keine eindeutige Antwort, wenn man sie nach ihrer Heimat fragt. Nicht immer fühlen sie sich in Europa willkommen, haben mit Vorurteilen, Ausgrenzung und Klischees zu kämpfen. 

„Wer bin ich, wer und was gehört zu meiner Welt?“ „Was ist unsere Welt und wie können wir unsere Vielfältigkeit einbringen?“ – diesen Fragen näherten sie sich gemeinsam während des Seminars in Fronhausen. Spielerisch mit Theater, Tanz, Musik und anderen künstlerischen Gestaltungsformen ging es darum, die verschiedenen Identitäten zu entdecken, anzunehmen und den eigenen Platz in unserer Welt zu erkunden. Sie sprachen über Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit, über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Am Samstag, 1.08.2009, 18 Uhr fand ein Kulturabend im „Amtsgericht“ Fronhausen statt. Dort wurden die Ergebnisse des Seminars dargestellt: Theater, Hip-Hop,Tanz, eine verückte und eine afrikanische Modenschau und natürlich das Märchen aus Ruanda „Bagabobarabona. Dazu gab es Spezialitäten aus Äthiopien, Nordafrika und einen Markt mit Schmuck, Kleidern,  Stoffen, pagnes, Sandalen aus Kamelleder, Karten aus Bananenblättern aus dem Senegal, Ruanda, Benin, Nigeria.

Es war ein wunderschöner Abend mit sehr netten Gästen aus der Region.

Geleitet wurde das Seminar von:

Hildegard Schürings, internationale Trainerin für interkulturelles Lernen, Erziehungs­wissenschaftlerin, entwicklungspolitische Beraterin,

Fra Zeller, Theaterpädagogin und Leiterin des interaktiven Theaters Knotenpunkt, Zürich, Fachfrau für Interaktives (Improvisations-) Theater (Playback- und Forum­theater) www.interaktives-theater.ch

Co-Teamer: Jean-Jacques Maikere, Brüssel, Christoph Rath, Frankfurt

Gefördert wurde das Seminar durch den Evangelischen Entwicklungsdienst EED und viel ehrenamtliche Arbeit.

Un grand merci à tous et toutes! Murakoze cyane!

Dokumentation in Deutsch, Englisch, Französisch

Documentation en Allemand, en Anglais et en Français!

http://www.knotenpunkt.ch/


 

Erinnerung - Gedenken 1994-2009

Wer ist ein Täter?

Derjenige, der die Morde geplant hat?

     der die Mordmaschinerie umgesetzt hat?

     der erschossen hat?

     der mit der Machete Frauen, Männer und Kinder zerstückelt hat?

     der Frauen und Mädchen vergewaltigt hat?

     der den Krieg materiell und strategisch vorbereitet hat?

     der den Krieg in den Köpfen vorbereitet hat?

     der die Massaker in den Köpfen vorbereitet hat?

     der die Waffen geliefert hat?

     der die Mörder ausgebildet hat?

     der die Mörder falsch oder richtig informiert hat?

     der die Hetzsender und Zeitungen finanziert hat?

     der die Parolen und Mordaufforderungen gesprochen hat?

     der Gerüchte und Falschinformationen in Umlauf gesetzt hat?

     der seine Nachbarn nicht geschützt hat?

     der unter Lebensbedrohung andere ermordet hat?

     der die einen, aber nicht die anderen retten konnte?

     der sein eigenes Leben nicht riskiert hat?

     der geschwiegen hat?

     der nicht geschwiegen, aber nichts erreicht hat?

     der geflüchtet ist?

     der geblieben ist?

     der Opfer und Täter medizinisch versorgt hat?

     der mit einer Lüge sich, aber nicht die anderen retten konnte?

     der nicht genug insistiert hat, um die anderen zu retten?

     der den Sterbenden den Todesschuß gegeben hat?

     der zugeschaut hat, wie die anderen zerstückelt wurden?

     der den Versteckten nichts zu essen gab?

     der nicht von außen eingegriffen hat?

     der keine Mittel für die Blauhelme bereitgestellt hat?

     der die wirtschaftliche Misere im Land mitverursacht hat?

     der tatenlos zusah, wie die Katastrophe sich anbahnte?

     der behauptet, seine Wahrheit sei die einzige Wahrheit?

     der die Toten nicht beweint und nicht um sie trauert?    

Aus: Schürings, Hildegard: Ein Volk verläßt sein Land. Krieg und Völkermord in Ruanda, ISP-Verlag Köln 1994


Im April 2009 jährt sich zum 15tenmal der Genozid in Rwanda (Ruanda). Etwa eine Million Menschen, Frauen, Kinder, Männer wurden brutal mit Macheten und Knüppeln ermordet, die meisten gehörten zur Bevölkerungsgruppe der Tutsi, auch viele Hutu und Twa wurden ermordet.

Der Krieg in Rwanda begann am 1. Oktober 1990, Hunderttausende Menschen wurden vertrieben, viele ermordet. Jahrelange Friedensverhandlungen hatten keinen Frieden sondern Tod, Krieg, Genozid zum Ergebnis. Und das Morden fand vor den Kameras der Weltöffentlichkeit statt, ohne dass diese eingeschritten wäre.

Bis heute wird Krieg im Osten des Nachbarlandes Kongo geführt, Vergewaltigungen von Kindern und Frauen gehören zu den Kriegsstrategien, massgeblich beteiligt an den Konflikten sind Gruppen aus Rwanda.

Wir wollen mit unseren Aktivitäten dazu beitragen, dass neue Perspektiven für eine friedlichere Zukunft geschaffen werden, dass besonders junge Menschen aus der Region der Grossen Seen und in den nördlichen Gesellschaften sich dafür einsetzen, dass differenziert nach hinten und nach vorne geschaut und proaktiv gehandelt wird ... für Gerechtigkeit, Frieden, Heilung, Vergebung und Versöhnung .

Zur Situation in Burundi, der Demokratischen Republik Kongo und Rwanda, siehe die Ergebnisse des internationalen Symposiums 2008 und das Dossier Wiederaufbau in Ruanda 2007.


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