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Mulisanze Karibuni Willkommen  እንቛዕ ብደሓን መጻእኩም   Soo dhawow   Bienvenue  Welcome   السلام عليكم  Salem aleikum - der Friede sei mit Dir!
CORONA auf dem Nachbarkontinent Afrika - Einblicke, Schwerpunkt Region der Großen Seen, Zentralafrika, Quellen: Medien und international aktive Organisationen, Blog seit 15.04.2020, wöchentlich aktualisiert, zuletzt 31.05.2020 * Anregungen an: imbuto(a)imbuto.net   Danke für Ihre Spende!

Bevölkerung des afrikanischen Kontinents 2019: ca. 1,3 Milliarden Personen in 55 Staaten, ca. 30 Millionen qkm; Europa: 513,5 Mio. Personen, 10 Millionen qkm. Afrika ist der zweitgrößte Kontinent der Welt, ein Kontinent der Vielfalt in Bezug auf Kultur, Geschichte, Bevölkerung, politische Systeme, Religion, Natur, mit mehr als 2000 verschiedenen Sprachen, und  ... die Wiege der Menschheit.

Alte Hochkulturen, Handelswege über Tausende km, z.B. von West- nach Ostafrika, Einflüsse aus der arabischen, indischen, europäischen Welt und die Beziehungen zu China prägen Afrika. Die Wirkungen der kolonialen Imperien wie des Sklavenhandels beeinflussen bis heute die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen.

Das Organ der afrikanischen Staaten ist die: Afrikanische Union, mit Sitz in Addis Abeba - Äthiopien, zu CORONA, engl., franz., arabisch, 2020, aktueller Präsident ist Cyril Ramaphosa, Präsident von Südafrika.
Dass sowohl Europa wie Afrika sich dekolonialisieren müssen, fordert u.a. der Philosoph Achille Mbembe in seinem Werk "Kritik der schwarzen Vernunft". Eine Diskussion zu: "afrotopia-afrikas-zukunft-und-europas-vergangenheit" mit Veye Tatah, Herausgeberin von "Afrika Positive", und dem Kulturjournalisten René Aguigah, SRF Kultur, Sternstunde, 56min. 27.03.2020

Verbreitung des CORONA-Virus - Covid19 nach Ländern, BBC, engl., täglich. Die an CORONA erkrankten Personen stellen 1,5% der weltweit erkrankten Personen. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen António Guteress stellt fest, dass die meisten afrikanischen Staaten sehr schnell notwendige Maßnahmen wie eine gute regionale Koordination ergriffen, medizinisches Personal mobilisiert, Ausgangssperren und Grenzschließungen angeordnet haben. Zudem habe Afrika die Erfahrungen mit HIV und Ebola genutzt. Die "entwickelte" Welt könne von Afrikas Handeln lernen! 20.05.2020
Bisher ist die Anzahl der positiv getesteten Personen sowie der Verstorbenen niedrig, der Anstieg relativ gering. Viel häufigere Todesursachen sind zurzeit: Malaria, HIV, Tuberkulose, Masern und andere Krankheiten. In Tanzania wurde der Direktor des staatlichen Labors vom Präsidenten John Magufuli entlassen, die importierten CORONA-Tests funktionieren nicht: Man habe diese z.B. bei Ziegen und Papaya angewendet, Ergebnis: Die Getesteten waren positiv. BBC, engl. 4.05.2020
Corona wurde auf dem Kontinent zum ersten Mal am 14. Februar 2020 in Ägypten nachgewiesen. Bis zum 31. Mai wurden laut Statistiken 141.535 Personen positiv getestet, 59.212 sind genesen und 4.069 verstorben: Centre for Disease Control and Prevention CDC (Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention) der Afrikanischen Union, Direktor Dr. John Nkengasong. Die ersten festgestellten Fälle kamen von außerhalb des Kontinents z.B. Frankreich, Italien, Dubai.
Afrikakarte, Jeune Afrique mit Angaben pro Land der Fälle und der Maßnahmen, frz., täglich aktualisiert
Da zurzeit alle Ressourcen für die Bekämpfung von CORONA genutzt werden, sind andere Maßnahmen ausgesetzt, z.B. keine Impfkampagnen gegen Masern, die Verteilung von Moskitonetzen gegen Malaria, keine Versorgung mit Lebensmitteln, so warnen Hilfsorganisationen, DW, 26.05.2020
Beitrag "Andere Richtung" im Österreichischen Rundfunk - ORF, 28.05.2020

Als eventuelle Gründe für die geringe Verbreitung (die meisten in Südafrika, Ägypten, Algerien, Marokko, Nigeria) werden von verschiedenen Forschern genannt: die sehr junge Bevölkerung des Kontinents, die relativ wenigen Kontakte mit anderen Kontinenten, außerhalb der Städte eine geringe Besiedlung, ein eventuell besseres Immunsystem aufgrund von zahlreich erlebten Krankheiten.
Die Infektionsraten und der Anstieg sind im Vergleich mit Europa, USA, Brasilien und auch mit Deutschland sehr niedrig. Reflektiert dies die tatsächliche Situation? Oder liegt es daran, dass relativ wenige getestet wurden? Manche wagen Prognosen, wie sich die Situation entwickeln könnte. Es gibt international eine breite Diskussion zum Verhältnis des "Armutskontinents" Afrika und des "Reichenkontinent" Europa sowie zur USA. Das auf Afrika bezogene alarmistische Denken und Handeln habe die Macht mancher autoritärer Präsidenten gestärkt und sei eventuell eine postkoloniale Folge der medialen und wissenschaftlichen Abhängigkeit von Europa, Le Monde, fr, 5.05.2020

Zahlreiche Intellektuelle des afrikanischen Kontinents nehmen Stellung zum Verhältnis von Europa und Afrika und fordern die nördlichen Staaten wie auch afrikanische Führungskräfte auf, einen radikalen Wandel einzuleiten. Deutschlandfunk Kultur, 28.04.2020, hier der Offene Brief von mehr als hundert Unterzeichner*innen->Mail&Guardian, engl., Südafrika, 13.04.2020

Zunehmend gibt es Stimmen, z.B. des renommierten Forschungsinstituts für Entwicklung  - IRD Frankreich, die argumentieren, dass das Bild, das der Globale Norden von Afrika hat, ein Produkt von Stereotypen und Vorurteilen sei. Die angekündigten Katastrophen entsprächen eher der Wahrnehmung des Nordens vom afrikanischen Kontinent als der aktuellen Situation. Le monde, frz. 9.05.2020

Afrika ist ein sehr junger Kontinent in Bewegung - und hat Erfahrungen mit einer Vielzahl von Krisen und Krankheiten, ein Kontinent mit Menschen, die die Dinge selbst in die Hand nehmen. Dies wird aktuell sichtbar. Was kann die Welt in der Corona-Krise von Afrika lernen? Deutsche Welle, 27.04.2020
In vielen Staaten wurden ähnlich strikte Maßnahmen wie in Europa verordnet (Quarantäne, Ausgangssperren, Abstand einhalten, sehr wenige wirtschaftliche Aktivitäten, Schulen und Universitäten geschlossen, Tragen von Mund-Nase-Masken, Einstellung des Flugverkehrs, Schließung von Grenzen, oft kein Transport ...)   Warum Ausgangssperren in Afrika nicht angepasst sind, die Menschen müssen an Entscheidungen beteiligt werden, Erfahrungen mit Ebola in Westafrika, Deutsche Welle - DW 22.04.2020

Im Mai wurden Ausgangssperren teilweise aufgehoben, z.B. in Burkina Faso, Lesotho, Teilen von Nigeria, in Rwanda,Tunesien, Zimbabwe und Südafrika: "Heute hat sich alles hier verändert", so "The South African", engl. 1.05.2020. Der Verkauf von Alkohol und Zigaretten ist in Südafrika weiterhin verboten.

Viele Betriebe haben wieder die Arbeit aufgenommen, die Märkte und Geschäfte sind teilweise geöffnet, Busse fahren. Wie auch in Deutschland ist das Leben etwas entspannter. Die größte Herausforderung ist die Versorgung der Bevölkerung.
Zum Herunterfahren der strikten Maßnahmen in Kenia, Nigeria, Rwanda, Südafrika: BBC, engl. 13.05.2020. In zahlreichen Ländern wurden gewaltsame Maßnahmen gegen Personen eingesetzt, die sich nicht an die Vorschriften halten, z.B. wurden in Zimbabwe 40.000 Personen wegen Mißachtung der Ausgangssperre verhaftet. BBC, engl. 26.05.2020

Viele Maßnahmen werden oft mit Gewalt durchgesetzt, Journalisten und Mitglieder der Zivilgesellschaft verhaftet. Negativbeispiele sind Ägypten und Algerien, wo zahlreiche Regimekritiker*innen verhaftet wurden. Internationale Menschenrechtsorganisationen berichten von vielen restriktiven Maßnahmen und Kontrollen der Regierungen, z.B. Reporter ohne Grenzen, 01.04.2020

Die häusliche Gewalt besonders gegen Frauen und Kindern hat erheblich zugenommen. Appel von Aktivistinnen und Aktivisten in Afrika, Gemeinsam für Afrika, April 2020
Im Osten der Demokratischen Republik Kongo werden seit zwanzig Jahren Frauen brutal vergewaltigt. Der Friedensnobelpreisträger 2018 Dr. Denis Mukwege "repariert" bis heute Tausende Frauen und Mädchen im Hôpital Panzi, Bukavu Süd-Kivu. Mukwege ist auch der Koordinator für den Kampf gegen CORONA. TV5 monde, Video, 18 min. frz

Eine erfreuliche Nachricht aus Tunesien in Nordafrika, der Wiege des arabischen Frühlings: getestet wurden 33 266  Personen, 1032 positiv, 45 sind verstorben. Tunesien hatte sehr restriktive Maßnahmen angeordnet, die massive Auswirkungen auf das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben haben. So ist der wichtige Tourismus vollkommen zum Erliegen gekommen. Seit drei Tagen sind keine neuen Fälle registriert. Die Direktorin des Instituts für neue Krankheiten Nissaf Ben Alaya unterstreicht, dass es mindestens 40 Tage keine Neuinfektionen geben dürfe, damit Covid-19 wirklich besiegt ist. Inch'Allah lebess!  La Presse, frz. 13.05.2020  Die Freude war zu früh - am 16.05. wurde in der Region Gafsa in Südtunesien bei einer Frau und einem dreijährigen Mädchen eine Infektion festgestellt, La Presse, frz. 16.05.2020
Die Maghreb-Staaten Algerien, Marokko und Tunesien entwickeln zurzeit eine gemeinsame Zukunfts-Strategie, die geprägt sein soll durch Resilienz, Vertrauen, gegenseitige Hilfe und Solidarität. La Presse, frz., 21.05.2020  

Ausgangssperren sind wenig angepasst an die Situation. Ca. 80% der Bevölkerung leben vom sogenannten informellen Sektor oder in der Landwirtschaft. Das heißt: keine Arbeitsverträge, keine Sozial- oder Krankenversicherung, geringe Ersparnisse, oft mehrere Minijobs (Kleinhandel, Essensküchen, Motorradtaxi, Haushaltshilfen, Lastenträger,  ...), Feldarbeit und vieles mehr, um den täglichen Lebensunterhalt zu sichern. Dazu begrenzte Gesundheitsversorgung, in Städten häufig enge Wohnverhältnisse, kein direkter Zugang zu sauberem Wasser, häufig Krankheiten durch massive Luftverschmutzung z.B. durch Kohleabbau in Südafrika, und in allen Ländern die Verdichtung der Bebauung, Industrialisierung, der Verkehr in Großstädten und z.B. durch Quecksilber vergiftete Böden beim Abbau von Bodenschätzen.

Politisch wird die Situation genutzt, um Wahlen auszusetzen. Allerdings sind Wahlen unter den aktuellen Bedingungen auch nicht durchführbar. Interview mit der deutschen Botschafterin Wagener in Addis Abeba und bei der Afrikanischen Union, Äthiopien: "Die Erwartungen an Abiy waren exorbitant" DW, 26.05.2020

Inzwischen mehren sich die Stimmen, dass die Ausgangssperren zu Hunger führen werden. Es kam zu Plünderungen, da die Menschen nichts zu essen haben. Laut einer Studie des Zentrums für Krankheitskontrolle in Addis Abeba, Äthiopien, die in 20 Ländern durchgeführt wurde, sagen Zweidrittel der Befragten, dass eine 14tägige Ausgangssperre zur massiven Verknappung von Nahrungsmitteln und Wasser und somit zu Hunger führen würde. BBC engl. 6.05.2020 

Die Rücküberweisungen (Remittances) an Familien und Freunde in Afrika von Personen, die z.B. in Europa arbeiten, sind massiv zurückgegangen. Damit fällt ein wichtiger Beitrag zur Finanzierung des Lebensunterhaltes in vielen Ländern weg. Der Betrag dieser privaten Rücküberweisungen ist dreimal so hoch wie die gesamte internationale Entwicklungshilfe. Deutsche Welle 29.04.2020, Überweisungen in der Schillerstraße in München, Süddeutsche Zeitung 10.05.2020

Eine große Herausforderung war ab dem 24.04. der Ramadan für Muslime, der Monat der großen Solidarität, der Nächstenliebe, des Fastens und des gemeinsamen Gebets. In allen Ländern wurden Wege gesucht, um die Verhaltensregeln einzuhalten. Zunehmend werden in vielen Ländern die strikten Maßnahmen heruntergefahren, ab dem 14.05.2020 sind die Moscheen und Kirchen im Senegal und Niger wieder geöffnet. Am 24. Mai 2020 wird weltweit das Ende des Ramadans gefeiert Aid el Fitr.  engl., An alle Muslime und Musliminnen in dieser Welt AiD el Fitr MABROUK!  Bilder zu AiD vom afrikanischen Kontinent, BBC 24.05.2020

CORONA in Afrika hat große Auswirkungen auf die Länder des Globalen Nordens. Die Menschen bauen Kaffee, Tee, Kakao, Baumwolle, Cashewnüsse, Rosen und Disteln, Kartoffeln, Mais ... für die Versorgung Europas an. Sie ernten Kautschuk für Autoreifen, Gummihandschuhe und Schutzkleidung, nähen Textilien, produzieren Schuhe und Elektroteile für die Autoindustrie. Der Tourismus, eine wichtige Einnahmequelle für Länder wie Ägypten, Marokko, Kenia, Senegal, Tunesien und Südafrika, ist zum Erliegen gekommen.

Der materielle Reichtum Afrikas sind Erdöl, Erdgas, Gold, Diamanten, seltene Erden, Bauxit (Aluminium) und Coltan, das in Ihrem Laptop, PC, Smartphone und in Elektroautos ist. Wenn es dies nicht gäbe, könnten Sie dies hier nicht lesen. - Die meisten Rohstoffpreise sind zurzeit im freien Fall. Die Preise für Milch und Baumwolle sind in Westafrika massiv gesunken, somit verdienen die Produzenten nur noch sehr wenig.

Wie jede Krise fördert CORONA auf dem Kontinent die Kreativität: Unternehmen und kleine KFZ-Werkstätten stellen auf die Produktion von Beatmungsgeräten, Schutzmasken um, andere stellen Desinfektionsmittel und Studierende mit 3-D-Druckern Geräte her. Zivilgesellschaft und Nicht-Regierungs-Organisationen unterstützen Obdachlose, ledige Mütter, die Jungen helfen älteren Menschen. 

Die sprichwörtliche afrikanische Solidarität wird gelebt: Um Menschen zu helfen, die nichts mehr zu essen haben, werden Familien von reicheren Personen "adoptiert". Berichte aus u.a. Niger, Südafrika, Kenia, Gaza, ... Podcast DER TAG des HR 2, 58 min, 28.04.2020  Viele Banken, Betriebe und Einzelpersonen spenden für Projekte, Landwirte spenden die Ernte für die städtische Bevölkerung, Schneider und Schneiderinnen nähen Nase-Mund-Masken (BBC, engl. 7.05.2020) und MusikerInnen sensibilisieren für CORONA. Musikalische Sensibilisierung für CORONA in Senegal, Côte d'Ivoire, Togo, DRK, Uganda, Zentralafrikanische Republik Le monde, April 2020, Musiker in Togo klären auf, Deutsche Welle, Video, 12.05.2020
„Y’en a marre“ – „Uns reicht’s“ ist eine politische Bewegung von jungen Leuten, die sich seit 2011 für gutes Regierungshandeln und gegen viele Missstände z.B. Korruption und soziale Ungerechtigkeiten engagiert, Interview mit dem Rapper Thiat zur aktuellen Situation im Senegal. TAZ, 24.05.2020

Wissenschaftliche Institute forschen zu Tests, Medikamenten und Impfungen gegen den Virus, z.B. die Institute Pasteur in Dakar, Senegal und in Abidjan, Côte d'Ivoire. 150 Wissenschaftler, Banker, Unternehmer und Studierende haben an der Universität Kapstadt in Südafrika eine Corona-Tracing-App entwickelt. Deutsche Welle, 12.05.2020, zur Situation der Forschung auf dem Kontinent: Deutsche Welle, 17.05.2020
Die französische Tageszeitung Le monde (13.05.2020) stellt 11 wichtige Personen während der aktuellen Krise vor, die Entscheidungen beeinflussen oder eine besondere Rolle spielen, z.B. im großen Stil Finanzmittel zur Verfügung stellen. Drei sind Frauen: die Leiterin der Weltgesundheitsorganisation in Afrika, eine Wirtschaftswissenschaftlerin und ehemalige Finanzministerin von Nigeria, die Direktorin des Instituts Pasteur in Abidjan.

Genannt werden hier auch diejenigen, die ihre Arbeitskraft einsetzen: Ärzte und Ärztinnen, Krankenschwestern und Pfleger, die Familien, die die Kranken und Lebenden versorgen, die den Kindern Mut machen, die Personen, die die Infrastruktur aufrecht erhalten, diejenigen, die Lebensmittel, Mittel zum Leben, produzieren, die unermüdlich helfen und helfen, die pflegen und spirituelle Unterstützung leisten .. und die Toten bestatten.

Der Klimawandel führt zu langen Trockenzeiten, dann zu Überschwemmungen, Menschen verlieren ihr Hab und Gut, sehr viele sterben, wie seit April in der Region Süd-Kivu - DR Kongo; in Burundi, Kenia, Somalia und Rwanda und 2019 in Mozambik. Dazu herrscht seit Ende 2019 in Ostafrika die seit 70 Jahren größte Heuschreckenplage (BBC, engl.), die die Ernte zerstört. Deutsche Welle 11.05.2020

Durch kriegerische Auseinandersetzungen und Terrorismus in der Sahelzone (Westafrika), in Libyen, in der Demokratischen Republik Kongo, in Somalia sowie durch die Terrorgruppe Boko Haram in Nigeria (DW, 29.05.2020), Kamerun,Tschad, Niger und Islamisten in Mozambik sterben täglich Hunderte Personen, Millionen Menschen sind vertrieben.

Weltweite Kriege: UN-Generalsekretär António Guterres: Aufruf zu einem Globalen Waffenstillstand, 23.03.2020  Der UN-Sicherheitsrat konnte sich auf eine Resolution, die von Frankreich und Tunesien eingebracht wurde, aufgrund des Einspruchs der USA nicht einigen. Deutsche Welle, 9.05.2020
Konflikte in der Region der Großen Seen: Die Anliegerstaaten der Region der Großen Seen (Tanganjikasee, Victoriasee, Albertsee, Eduardsee, Kivusee) sind Burundi, die Demokratische Republik Kongo - DRKongo, Ruanda, Uganda, Tanzania und Kenia. Die DRKongo ist in der Folge des Genozids 1994 in Rwanda seit 1996 durch kriegerische Auseinandersetzungen geprägt. Es geht vorrangig um die Kontrolle und Ausbeutung der zahlreichen Ressourcen wie Coltan, Gold, Diamanten, Zink, seltene Erden. Arbeitsbedingungen im Goldabbau, theconversation, engl. 21.05.2020
Zurzeit finden in der Provinz Ituri Kämpfe im Osten der DR Kongo zwischen Bauern und Viehhaltern statt, die von der UN als eventuelle Akte von Genozid bezeichnet werden. Hunderttausende Menschen sind geflüchtet, DW, 29.05.2020
Die weltweite größte Friedensmission der Vereinten Nationen MONUSCO ist seit mehr als zwanzig Jahren vor Ort, bisher gibt es keinen Frieden!  www.oenz.de, http://kongo-kinshasa.de/, Radio der Vereinten Nationen Radio Okapi frz., täglich.

Carte Afrique de l'est Quelle: www.cartedumonde.net, Abruf: 19.05.2020

Ostafrika: Burundi, DR Kongo, Kenia, Rwanda, Tanzania, theeastafrican täglich Nachrichten, engl. April 2020

In Burundi und Tanzania gibt es wenig Maßnahmen, die vor dem Virus schützen sollen. Dort vertraut man auf Gott!
Trotz CORONA wurden am 20. Mai in Burundi die Parlaments-, Kommunal- sowie die Präsidentenwahl durchgeführt. Politisch wird dies von vielen Beobachtern als äußerst kritisch bewertet, mehrere Personen wurden verhaftet, einige ermordet. Zudem können Massenveranstaltungen die schnelle Verbreitung des Virus fördern. Wie erwartet hat der Kandidat des bisherigen Präsidenten Pierre Nkurunziza und der Regierungspartei Evariste Ndayishimiye die Wahlen mit 68,72% der Stimmen gewonnen. NGO IWACU Burundi, engl./ frz., Oenz.de 6.05.2020

Zur Situation in Uganda, Rwanda und Tanzania, ein Bericht von Frederick Golooba-Mutebi, Friedrich Ebert-Stiftung - FES, engl. 20.05.2020

Louis Gitinywa analysiert, wie weit die Entwicklungsstrategie des "Donor Darling" Rwanda auf die aktuelle Situation eine Antwort sein kann. Er weist auf die zunehmende Unzufriedenheit der Bevölkerung hin, da z.B. trotz wochenlanger Ausgangssperre keine Lebensmittel verteilt wurden. Sehr hohe Arbeitslosigkeit verschärft die Situation. FES, engl. 19.05.2020

Demokratische Republik Kongo: Der kongolesische Geistliche Cibaka Cikongo über die Folgen der Corona-Krise, FAZ 18.04.2020

Migration: Zu den großen Verlierern der Krise gehören Vertriebene und Flüchtlinge auf dem Weg zu einer besseren Zukunft, sie stranden im Nirgendwo. In vielen Länder können sie nicht mehr auf Hilfe hoffen, sie verlieren ihre prekäre Arbeit und stehen in "Konkurrenz" zu jenen, die selbst nichts mehr haben. In Marokko haben Hilfsorganisationen wie die Caritas die Unterstützung eingestellt, in Tunesien ca. 10.000 Personen ihren Job verloren. Es dürften Tausende sein, die stranden und oft zwischen die Fronten von Terroristen geraten - in Libyen, im Sahel z.B. Mali und Niger, am Horn von Afrika, im Südsudan, in der DR Kongo, in Mozambik.


Finanzierungen, Schuldenmoratorium, und nationale Finanzmittel für die Länder:
Mit #FollowCovid19Money verlangen junge AktivistInnen auf dem Kontinent die Verwendung der Gelder offenzulegen, auf Twitter zum Beispiel:

Der internationale Währungsfonds stellt mehreren Staaten in Afrika Mittel zur Verfügung, um die Pandemie zu bekämpfen, z.B. der DR Kongo US$ 363.27, IMF, 22.04.2020

Der Internationale Währungsfonds setzt ab sofort für 25 ärmste Länder dieser Welt die Rückzahlung der Kredite für sechs Monate aus, 19 Staaten in Afrika, darunter DR Kongo und Rwanda,  engl., 13.04.2020 Rwanda erhält vom Internationalen Währungsfonds US$ 109.4 Millionen, um die Kosten der COVID-19 Pandemie zu decken -  IMF Executive Board Approves a US$109.4 Million Disbursement to Rwanda to address the COVID-19 Pandemic, 02.04.2020

Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung - BMZ stellt CORONA-Sofortprogramm vor. 22.05.2020. Durch die Umschichtung von Mitteln werden ca. 1 Milliarde Euro bereitgestellt für: Verstärkung, Ausbau der weltweiten Gesundheitsinfrastruktur. Nothilfen zur Stabilisierung der Krisenregionen und Flüchtlingscamps, insbesondere der Sahel-Region und des Krisenbogens Syrien. Maßnahmen zur Ernährungssicherung und zur Sicherung von Arbeitsplätzen.

Neues EZ-Konzept: Das BMZ will zukünftig vor allem Länder fördern, die Reformen zu guter Regierungsführung umsetzten, Menschenrechte wahren und Korruption bekämpfen. Damit werden einige der ärmsten Länder in Afrika u.a. Burundi, Liberia und Sierra Leone ausgeschlossen. BMZ 2030, DLF-Kultur, 09.05.2020

Verstärkung und Ausbau der weltweiten Gesundheitsinfrastruktur. Nothilfen zur Stabilisierung der Krisenregionen und Flüchtlingscamps, insbesondere der Sahel-Region und des Krisenbogens Syrien. Maßnahmen zur Ernährungssicherung und zur Sicherung von Arbeitsplätzen
Verstärkung und Ausbau der weltweiten Gesundheitsinfrastruktur. Nothilfen zur Stabilisierung der Krisenregionen und Flüchtlingscamps, insbesondere der Sahel-Region und des Krisenbogens Syrien. Maßnahmen zur Ernährungssicherung und zur Sicherung von Arbeitsplätzen.
Verstärkung und Ausbau der weltweiten Gesundheitsinfrastruktur. Nothilfen zur Stabilisierung der Krisenregionen und Flüchtlingscamps, insbesondere der Sahel-Region und des Krisenbogens Syrien. Maßnahmen zur Ernährungssicherung und zur Sicherung von Arbeitsplätzen.
erstärkung und Ausbau der weltweiten Gesundheitsinfrastruktur. Nothilfen zur Stabilisierung der Krisenregionen und Flüchtlingscamps, insbesondere der Sahel-Region und des Krisenbogens Syrien. Maßnahmen zur Ernährungssicherung und zur Sicherung von Arbeitsplätzen.

ZUKUNFT: Nach COVID-19: Intellektuelle und junge Aktivisten diskutieren, was sich auf dem Kontinent ändern muss, so z.B. Achille Mbembe der Universität Witwatersrand in Südafrika, Aminata Dramane Traoré, Aktivistin und ehemalige Ministerin für Kultur in Mali, die Sängerin Angélique Kidjo aus Benin, Felwine Sarr, Wirtschaftswissenschaftler - Autor von Afrotopia, Senegal, und andere diskutieren vom 8. bis 10. Mai 2020 auf RFI - Radio France internationale, frz. 8.05.2020

Blogs der Friedrich Ebert-Stiftung - FES beschreiben in verschiedenen Bereichen die Situation in mehreren Ländern, engl./ franz. 2020

Projekt "Danachgedanken" des Goethe-Instituts mit Beiträgen der Aktivistin Nanjira Sambuli in Kenia, der Psychologin Assumpta Mugiraneza, IRIBA Centre Rwanda, der Schriftstellerin Urvashi Butalia, Indien, und aus anderen Ländern.

Zusammenfassung zur Situation auf dem Kontinent, englisch, BBC, video 12.04.2020


AFRIKA- KARTE mit Anzahl der positiv Gesteten, der Genesenen und Verstorbenen, jeune Afrique


Und: Die wahre Größe Afrikas, Quelle: https://i.imgur.com/oOAU6Da.png




Wir freuen uns über Anregungen: Imbuto(a)imbuto.net                            BLEIBEN SIE GESUND  ---  STAY SAVE!





Ehrenamtskonferenz 2019 - Thema "Entwicklungszusammenarbeit" des Landkreises Marburg-Biedenkopf,
Vortrag von Hildegard Schürings, Imbuto e.V.
"Vom Süden lernen - Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit" am 17.09.2019, 18 Uhr

Zum Bericht der Konferenz

Samstag,13. Juli 2019 Interkulturelles Begegnungsfest 16–22h Kirchhof Lutherische Pfarrkirche Marburg

Wir laden ein: Gemeinsam feiern, lecker Essen und Getränke, gute Gespräche, die nette und entspannte Stimmung genießen… Getragen von etlichen Vereine und Initiativen und nicht zuletzt von alle Gästen und Besucher*innen. Infos, Auskunft, Unterstützung und kühle Getränke gibt es am Kernerstand.


Zur Erinnerung:

2011: Wir haben einen lieben Freund Ingo Prager verloren. Ingo, Du hast uns in den letzten 18 Jahren auf vielen Wegen begleitet, uns immer sehr herzlich im „Amtsgericht“ Fronhausen aufgenommen, für unser leibliches und emotionales Wohl allerbestens gesorgt. Danke Ingo für die vielen Gespräche, für Deine Solidarität mit jenen, die Unterstützung brauchen. Du warst Mitglied unserer Familie. Januar 2011


Nous avons perdu un grand ami Ingo Prager. Ingo, durant 18 années tu nous a accompagné sur nos chemins. L’accueil par toi au « Amtsgericht » de Fronhausen a toujours été très aimable. Tu nous a toujours encadré par des délicieux repas et l’affection donnée à tous. Ingo, merci pour les nombreuses et chaleureuses conversations, et pour ta solidarité avec les moins munis. Tu étais un membre de notre famille. Adieu! Janvier 2011 

Für alle Imbutos - Pour tous les Imbuto, Fronhausen Januar 2011 imbuto(a)imbuto.net



Hildegard Schürings, Sebastian Günther, Andrea Pabst - Imbuto e.V./asbl

 

No future without the past -  Pas d’avenir sans le passé

  

Perspectives of democratisation and promotion of peace in the Great Lakes Region, Central Africa

Perspectives de démocratisation et de promotion de la paix dans la Région des Grands Lacs, Afrique centrale

International Symposium 14.-17. August 2008, Marburg - Germany - Allemagne

Dokumentation des Symposiums in Englisch und Französisch, 2009


Remembering - Hommage à Alison Des Forges
Dear friends,  chers amis et amies, in the crash of the plane flight 3407 from Newark to Buffalo on February 12, 2009, Alison Des Forges died. Alison was senior adviser to Human Rights Watch's Africa division for almost two decades, dedicated her life to working on Rwanda and was the world's leading expert on the 1994 Rwanda genocide and its aftermath. http://www.hrw.org/en/news/2009/02/13/human-rights-watch-mourns-loss-alison-des-forges
Dear Alison, thank you for all you did for so many people in Rwanda, the Great Lakes region and all over the world, for your efforts to restore peace and justice. Thank you for you clearness, professionalism, scientific credibility and your humanity – thank you and your family.

Chère Alison, merci à vous pour tout ce que vous avez fait pour tant de personnes au Rwanda, dans la Région des Grands Lacs et ailleurs, merci pour vos efforts inlassables de restaurer la paix et la justice, merci pour votre clairvoyance, professionnalisme, crédibilité scientifique et l’amour des êtres humains.
Merci à vous et votre famille
Que votre âme repose en PAIX !



Remembering - Hommage à Dan Bar-On

Am 4.09.2008 ist Dan Bar-On, Israel gestorben, er hat uns ein Stück auf unseren Wegen begleitet, wir sind ihm sehr dankbar. Danke Dan!

Le 4 Septembre 2008 Dan Bar-On, Israel, est décédé, il nous a accompagné sur nos chemins, nous lui sont très reconnnaissants. Dan, merci! 2005 haben wir mit Dan Bar-On über die Situation der Kinder von Opfern und Tätern nach dem Holocaust in Europa und nach dem Genozid in Rwanda diskutiert und dann zu Fragen von Erinnerung/ Versöhnung/ Dialog gearbeitet. Unser Projekt "Von einander lernen" wurde durch IFA-Zivik 2006 als Good Practice ausgezeichnet.

Dan Bar-On wurde 1938 in Haifa als Sohn deutsch-jüdischer Eltern geboren, die nur knapp dem Holocaust entkommen waren. Mehr als zwei Jahrzehnte lebte und arbeitete Dan Bar-On in einem Kibbuz. Er studierte Psychologie und spezialisierte sich auf die Therapie von Holocaust-Überlebenden. Nach seiner Dissertation unternahm er als Erster eine Feldstudie, um diemoralischen und psychologischen Nachwirkungen des Holocaust auf Kinder von Nazi-Tätern zu untersuchen. Er veröffentlichte mehrere Bücher zu diesem Thema u.a. in der edition Körber-Stiftung und fasste u. a. in dem Band "Erzähl dein Leben" seine Wege zu Dialogarbeit und politischer Verständigung zusammen.

Dan Bar-On war bis 2007 Professor für Psychologie an der Ben-Gurion-Universität in Beer Sheva. Für sein Engagement für Frieden und rständigung wurde ihm u.a. das Bundesverdienstkreuz (2001), der Alexander-Langer-Preis (2001) sowie der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis (2003) verliehen.

2006 bis 2008 leitete er in Kooperation mit der Körber-Stiftung das internationale Dan Bar-On Dialogue Training, um Mediatoren im Bereich der interkulturellen Dialogarbeit auszubilden.







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